Die vierte Sommerkirche fand im Freien statt

Sun, 09 Aug 2020 16:00:41 +0000 von Martin Giering

Unter den schattigen Laufgängen vor der Neustädter Kirche St. Marien fand die vierte und letzte Sommerkirche in diesem Jahr statt. 
Henrike Senger gestaltete den Gottesdienst mit passenden Liedern über Farben. Die Besucher entdeckten im Laufe des Gottesdienstes unter ihren Stuhlkissen eine kleine Überraschung. 
 
Einen kleinen Ausschnitt aus dem Dialog von Susanne Hornung und Martin Giering finden Sie hier:
MG: Also eine Farbe ist bei der Sommerkirche bisher ganz schlecht weggekommen. Und dabei ist es meine Lieblingsfarbe. 

SH: Und die wäre?

MG: Schwarz. 
Im ersten Gottesdienst hieß es: „Am Anfang war alles nur schwarz.“ 
Stellt sich die Frage; was heißt hier „nur“?

SH: Schwarz! Manchmal hast du einen merkwürdigen Geschmack ;)
Und schwarz ist doch keine Farbe, das hat nichts Fröhliches, ist eben schwarz, nur schwarz – nichts weiter!

MG: Und ob! Schwarz, das sind alle Farben. 
Und zwar alle Farben zugleich. 
Im Regenbogen sind sie nebeneinander – im Schwarz sind sie vereint. 

SH: Mag ja sein, aber Schwarz ist doch die Abwesenheit von bunt, da ist kein Licht. 
Das wäre für mich die Abwesenheit Gottes. 

MG: Aber es heißt doch Gottes Geist schwebte über den Wassern, die doch im Dunkeln waren. Also ist auch das dunkle, das Schwarze eine Farbe Gottes. 

SH: Stimmt, das Schwarze, aber auch das Weiße. Gott scheint also Gegensätze in sich zu vereinen. 
Er ist das Licht und er ist doch auch in der Dunkelheit. 
Er ist also Schwarz und Weiß zugleich. 
Im zweiten Gottesdienst dieser Reihe wurde allerdings behauptet:     Gott sei nicht schwarz-weiß. 

MG: Ich behaupte: Gott ist in erster Linie schwarz-weiß! 
Die bunten Farben seiner Schöpfung erzählen etwas über den Schöpfer. 
Aber das ist nur eine Facette Gottes. Gott hat seinen Willen offenbart. 
Den können wir nicht aus der Natur herauslesen: 
In der Natur lernen wir, dass immer der Stärkere gewinnt. Survival of the fittest. Aber das kann doch nicht der Wille Gottes sein.

SH: Und wie erfahren wir Gottes Willen? Wo lesen wir ihn heraus? 

MG: Aus der Bibel. 

SH: Du meinst schwarz auf weiß. Gut, da hast du recht.

MG: Wir haben einen Gott, der sich und seinen Willen offenbart. 
Und für diese Offenbarung des Willens Gottes brauchen wir nur zwei Farben: Schwarz und Weiß. 
Wir lesen schwarz auf weiß in der Bibel, was es mit Gott auf sich hat. 
Weiß und Schwarz sind die Farben Gottes. 



Es folgten noch Dialoge über Neonfarben, 
Silber und Gold und darüber, wie man auch grelles Licht erträglich machen kann. 
Es endete mit dem Appell: Lasst Gottes Licht und seine Liebe durch Euch hindurchscheinen. Dann könnt Ihr anderen Menschen zum Engel werden, so dass sie Gott in Euch erblicken.